ERKRANKUNGEN DER HODEN UND NEBENHODEN

Die Hoden und Nebenhoden

Die Hoden

Die Hoden sind etwa pflaumengroße Organe, die im Hodensack untergebracht sind. Sie gehören, gemeinsam mit den benachbarten Nebenhoden, zu den inneren Fortpflanzungsorganen des Mannes. Die Hauptfunktion der Hoden besteht darin, die männlichen Geschlechtshormone und die Samenzellen zu produzieren.

Mit Eintritt der Pubertät werden täglich etwa 200 Millionen Spermien gebildet; jede benötigt zu ihrer Reifung etwa zwei Monate. Die Entwicklung reifer, befruchtungsfähiger Spermien aus unreifen Vorstufen wird hormonell gesteuert.

Die reifen Samenzellen werden im Nebenhoden gespeichert, einem ca. 5 cm langen, stark gewundenen Gang, der dem Hoden kappenartig aufliegt. Hoden und Nebenhoden sind durch den Hodensack hindurch tastbar. Von den Nebenhoden geht der Samenleiter ab, der den Hoden mit der Harnröhre in der Prostata verbindet. Während eines Samenergusses werden die Spermien gemeinsam mit der in Prostata und Samenblasen gebildeten Samenflüssigkeit über die Harnröhre ausgestoßen.

Erkrankungen der Hoden und der Nebenhoden bei Erwachsenen

Hoden- und Nebenhodenentzündung

Die beiden Krankheitsbilder der Hodenentzündung und der Nebenhodenentzündung verursachen ähnliche Beschwerden und können auch ineinander übergehen.  Während die meist bakteriell verursachte Nebenhodenentzündung häufig auftritt, ist eine alleinige Hodenentzündung (ausgelöst durch Infektionen mit Bakterien oder Viren wie Salmonellen oder Erregern des Mumps) selten.

Auch die Therapie der Beschwerden ist bei beiden identisch. Während die Hodenentzündung ab der Pubertät und im Erwachsenenalter auftritt, betrifft die Nebenhodenentzündung vor allem ältere Männer mit gestörter Blasenentleerung, bei sexuell übertragenen Keimen aber auch jüngere Männer.

Hodenschmerzen bei Kindern sind nur selten durch eine Hoden- oder Nebenhodenentzündung bedingt; insbesondere bei plötzlich auftretenden Schmerzen zumeist in den Morgenstunden besteht der Verdacht auf eine Verdrehung der Hoden, eine sofortige operative Klärung ist notwendig.

Mögliche Symptome:

  • » Stark schmerzhafte Schwellung von Hoden und/oder Nebenhoden, gerötete Haut des Hodensacks
  • » Meist mäßiges, selten hohes Fieber
  • » Bei der Hodenentzündung: zusätzlich Beschwerden der verursachenden Virusinfektion (z. B. Schwellung der Ohrspeicheldrüse bei Mumps)
  • » Bei der Nebenhodenentzündung: zusätzlich Beschwerden einer Harnwegsinfektion wie Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang

Hodentumore

Im Hoden können sich sowohl bösartige als auch gutartige Tumoren zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr entwickeln

In dieser Altersgruppe stellt der Hodenkrebs die häufigste Tumorerkrankung überhaupt dar. In den letzten Jahren ist ein deutlicher Anstieg der Neuerkrankungen zu verzeichnen. Meistens (ca. 95% der Fälle) tritt der bösartige Hodentumor nur auf einer Seite auf.

Die Heilungschance liegt durchschnittlich über 90%.

Symptome bei Hodentumoren

  • » zunehmende schmerzlose Schwellung des Hodens
  • » Verhärtung im/am Hoden
  • » Schmerzen, Schwere- und/oder Druckgefühl im Hodensack
  • » Blutbeimengung im Sperma (rostbraune Verfärbung)
  • » Schwellung der Brustdrüsen (durch hormonelle Veränderungen)
  • » Rücken-/Nierenschmerzen, Luftnot durch Tochtergeschwülste

Wasserbruch der Hoden/der Nebenhoden

Unter einem so genannten Wasserbruch des Hodens, auch Hydrocele genannt, versteht man eine Wasseransammlung zwischen den Hodenhüllen, die zu einer störenden und manchmal auch schmerzhaften Vergrößerung des Hodensacks führt.

Eine solche Vergrößerung kann auch durch eine Zyste im Bereich des Nebenhodens (Spermatozele) oder des Samenstranges (Funikulozele) hervorgerufen werden. Beides lässt sich einfach durch eine Ultraschalluntersuchung des Hodens erkennen.

Mögliche Symptome:

  • » Hodenschwellung
  • » Schmerzen im Hoden
  • » Druck- oder Schweregefühl im Hoden
  • » bei akutem Wasserbruch: Plötzlich einsetzende starke Schmerzen

Krampfadern im Bereich der Hoden

Krampfadern im Bereich des Hodensacks kommen besonders linksseitig relativ häufig vor. Es kann durch sie zu unangenehmer Schwellung des Hodensacks oder zu Schmerzen kommen. Unter Umständen können sie die Samenzellreifung ungünstig beeinflussen und zu einer Verschlechterung der Samenqualität führen.

Ich kann durch die einfache Untersuchung des Hodensacks und durch Ultraschall Krampfadern des Hodens diagnostizieren. Führen die Krampfadern zu Beschwerden oder liegt ein unerfüllter Kinderwunsch vor, so kann eine operative Durchtrennung der Krampfadern oder alternativ eine Verödung der Krampfadern in Betracht gezogen werden.

Mögliche Symptome:

  • » Hodenschwellung
  • » ziehende Schmerzen im Hoden und Leistengegend
  • » Spannungsschmerzen bei Bewegung und im Stehen
  • » gestörte Spermienbildung
  • » Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit

Erkrankungen der Hoden bei Kindern

Hodenstieldrehung/Hodentorsion

Bei einer Hodentorsion (Hodenstieldrehung) verdrehen sich Hoden und Samenstrang teilweise oder komplett um die eigene Längsachse. Hierbei handelt es sich um einen urologischen Notfall, da die Blutzufuhr zum Hoden abgeschnitten wird, wodurch dieser absterben kann. Die Hodentorsion tritt besonders häufig im ersten Lebensjahr oder in der Pubertät auf, kann jedoch auch andere Altersgruppen betreffen.

Bei männlichen Säuglingen äußerst sich eine Hodentorsion zu Beginn fast immer eher verhalten, starke Schmerzen, die dafür Sorgen, dass der Säugling ständig schreit, treten oft erst auf, wenn es für eine hodenerhaltende Operation zu spät ist.

Eltern männlicher Kleinkinder sollten deshalb beim Wickeln oder Baden auch auf erste Anzeichen einer Hodentorsion achten. Das gilt insbesondere dann, wenn bei dem Kind bereits Anomalien an den Geschlechtsteilen, wie zum Beispiel nicht ausreichend miteinander verwachsene Hodenhüllen, festgestellt wurden und eine Korrektur unterblieben ist.

Sind die Hoden geschwollen oder farblich verändert, sollten Sie während der Öffnungszeiten sofort in die Ordination kommen. Außerhalb der Öffnungszeiten suchen Sie bitte sofort das nächstgelegene Spital auf, da eine verzögerte Behandlung zu einer Hodenamputation führen kann.

Hodenhochstand

Der Hodenhochstand ist eine Entwicklungsstörung, bei welcher ein oder beide Hoden nach der Geburt nicht im Hodensack liegen.

Bis etwa 3 Prozent aller zum normalen Zeitpunkt geborenen männlichen Säuglinge haben einen ein- oder beidseitigen Hodenhochstand. Bei Frühgeburten liegt die Häufigkeit bei bis zu 30 Prozent. Am Ende des ersten Lebensjahrs sind die Hoden jedoch in den meisten Fällen vollständig herabgewandert.

Ursachen für einen Hodenhochstand sind oft unterschiedlich. So kann diese Entwicklungsstörung beispielsweise durch anatomische Unregelmäßigkeiten entstehen, die den Weg zum Hodensack verlegen. Die Hoden können dann nicht an die normale Position gelangen. Auch hormonelle Störungen während der Schwangerschaft können ein Grund für einen Hodenhochstand sein. Bei einer Frühgeburt ist die Entwicklung häufig nicht vollständig abgeschlossen, sodass es auch hier zum Hodenhochstand kommen kann.

Der Hoden liegt dann entweder in der Bauchhöhle (Bauchhoden), in der Leiste (Leistenhoden) oder im Eingangsbereich des Hodensacks (Gleithoden). Beim Pendelhoden hingegen liegt dieser zwar im Hodensack, wird jedoch unter bestimmten Bedingungen (z.B. Kälte) nach oben gezogen.

Innerhalb der ersten sechs Lebensmonate muss beim Hodenhochstand noch keine Therapie erfolgen, da sich der Hoden noch von selbst in den Hodensack absenken kann. Geschieht dies nicht, ist eine Behandlung notwendig.

 

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Dr. Saeid Alavi F.E.B.U.
Facharzt für Urologie und Andrologie

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